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Leitfaden zur Fertigung

Tech Pack erstellen: Vorlage und Checkliste, mit der dein Hersteller Muster fertigen kann

Ein Tech Pack erstellst du, indem du technische Zeichnungen, Maße, Toleranzen, Materialien und Verarbeitung für einen bestimmten Artikel zusammenführst…

Thema: Musterfertigung & EntwicklungVon: Cheng Tu16 Minuten LesezeitAktualisiert: Oktober 2026
Eine Person vergleicht ein schlichtes Shirt mit technischen Zeichnungen an einem Arbeitstisch.
Hände messen die Brustweite eines Shirts neben Stoffmustern und einer technischen Zeichnung.

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Die kurze Antwort

Ein Tech Pack erstellst du, indem du technische Zeichnungen, Maße, Toleranzen, Materialien und Verarbeitung für einen bestimmten Artikel zusammenführst und die Grundlage für das Muster abstimmst. Eine brauchbare Tech-Pack-Vorlage macht erkennbar, was gefertigt werden soll, welche Anforderungen bereits feststehen und welche Entscheidungen noch ausstehen. Die folgenden 7 Dokumentmodule und die Checkliste helfen dir, diese Informationen für dein erstes Bekleidungssortiment zusammenzustellen. Bei Canton Fashion nutzen wir solche Angaben, um mit dir und der ausführenden Partnerfabrik über die konkrete Umsetzung zu sprechen.

01

Wann ist dein Tech Pack bereit für die Musterfertigung?

Dein Tech Pack ist bereit, wenn der Hersteller das vereinbarte Muster ohne eigene Annahmen zu Schnitt, Material und Ausführung fertigen kann.

Welche Angaben braucht der Hersteller für das erste Muster?

Für das erste Muster gehören Modell und Musterziel, Zeichnungen, Maße einschließlich Toleranzen, Materialien, Verarbeitung, Kennzeichnung und Dateiversion zusammen. Diese 7 Informationsbereiche müssen aufeinander abgestimmt sein. Die technische Zeichnung zeigt, wo Bauteile und Details sitzen; die Maßtabelle beschreibt die beabsichtigte Passform. Die Stückliste legt fest, welches Material an welcher Stelle eingesetzt werden soll, während die Verarbeitungsangaben die Ausführung der Verbindungen erklären. Logo- und Etikettendateien bestimmen die Markenkennzeichnung, und die Versionsangabe verbindet alle Unterlagen mit demselben Entwicklungsstand. Eine Referenzaufnahme hilft, das gewünschte Erscheinungsbild zu zeigen. Die genannten Festlegungen ersetzt sie aber nicht.

Welche offenen Fragen musst du vor dem Musterstart klären?

Offene Punkte gehören in 2 Gruppen: Was verändert das aktuelle Muster? Was betrifft erst eine spätere Entwicklungsstufe? Soll das Muster beispielsweise die Passform mit dem vorgesehenen Stoff zeigen, muss dieser Stoff feststehen oder ein ausdrücklich vereinbarter Ersatz dokumentiert sein. Geht es zunächst um die Schnittentwicklung, können andere Details nach gemeinsamer Absprache später folgen; schreibe dann auf, was sich anhand dieses Musters beurteilen lässt. Eine noch offene Verpackung für die Serienlieferung muss ein reines Passformmuster nicht blockieren, darf aber nicht aus der weiteren Planung verschwinden. Halte für jeden offenen Punkt fest, wer entscheidet, bis wann die Entscheidung gebraucht wird und welche Arbeit davon abhängt.

Vor dem Start hilft 1 Frage: Erwarten Marke und Hersteller mit diesen Unterlagen dasselbe Muster? Wenn deine Zeichnung einen anderen Verschluss zeigt als die Stückliste, fehlt diese gemeinsame Grundlage. Dasselbe gilt, wenn du einen Stoff nur als „weich“ beschreibst, aber weder eine Materialreferenz noch ein abgestimmtes Vergleichsmuster angibst. Kläre solche Widersprüche vor dem Zuschnitt, statt sie als vermeintliche Details in die Musterbesprechung zu verschieben.

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Wie baust du eine Tech-Pack-Vorlage für deine erste Kollektion auf?

Verwende je Modell eine eigene Vorlage mit eindeutiger Kennung, zusammengehörigen Unterlagen und nachvollziehbaren Freigaben.

Welche Felder gehören auf das Deckblatt?

Welches Modell ist gemeint? Welchen Entwicklungsstand zeigen die Unterlagen? Was soll diesmal entstehen? Diese 3 Fragen beantwortet das Deckblatt. Benenne das Musterziel konkret, etwa die Beurteilung der Passform oder die Abstimmung einer bestimmten Verarbeitung. Gib eine verantwortliche Kontaktperson an, damit Rückfragen zu einem Maß oder einer Materialentscheidung zugeordnet werden können. Die Zuständigkeiten in dieser ausfüllbaren Vorlage sind ein Vorschlag für deine Abstimmung mit dem Hersteller; die leeren Felder füllst du für den tatsächlichen Artikel aus.

FeldWozu es dientVorgeschlagene ZuständigkeitEintragBestätigung
MarkeZuordnung des ProjektsMarke
ArtikelnummerEindeutige ModellkennungMarke
ModellnameLesbare BezeichnungMarke
EntwicklungsphaseEinordnung des MustersMarke und Hersteller
VersionsdatumZuordnung des DateistandsDokumentverantwortliche Person
Verantwortliche PersonKontakt für EntscheidungenMarke
MustergrößeFestlegung der zu fertigenden GrößeMarke und Hersteller
Farbe beziehungsweise FarbvarianteZuordnung der AusführungMarke
Ziel dieser MusterrundeFestlegung des PrüfzwecksMarke und Hersteller

Wie gliederst du Zeichnungen, Maßtabellen und Stücklisten?

Ordne deine Vorlage in 7 Module und behalte deren Reihenfolge über die Kollektion hinweg bei. Jedes Modell erhält eine eigene Artikelnummer; zugehörige Zeichnungen, Materialreferenzen und Grafiken tragen dieselbe Kennung. So bleibt eine Grafik auch dann zuordenbar, wenn sie getrennt vom Hauptdokument verschickt wird. Lege für ein neues Modell eine eigene Datei an. Sonst lässt sich später nicht mehr nachvollziehen, welche Unterlagen zu den älteren Mustern gehören.

ModulInhaltAuszufüllen durchBestätigung durch
DeckblattModell, Version, MusterzielMarkeBeide Seiten
Technische ZeichnungenAnsichten und DetailsMarke beziehungsweise beauftragte EntwicklungBeide Seiten
MaßtabelleMesspunkte, Sollmaße, ToleranzenMarke und SchnittentwicklungBeide Seiten
StücklisteStoffe und ZutatenMarke, ergänzt durch BeschaffungBeide Seiten
VerarbeitungNähte und AusführungMarke und technische EntwicklungBeide Seiten
Kennzeichnung und VerpackungLogos, Etiketten, VerpackungsanforderungenMarkeBeide Seiten
ÄnderungsprotokollAnpassungen und FreigabenDokumentverantwortliche PersonJeweils zuständige Person

Wie hältst du Änderungen und Freigaben nachvollziehbar fest?

Halte bei jeder Änderung fest, welche Stelle betroffen ist, was bisher galt, was jetzt gilt und wer die Änderung wann bestätigt hat. Das sind mindestens 5 Angaben. Verknüpfe den Eintrag zusätzlich mit der neuen Dokumentversion und benenne ausdrücklich, welche Fassung für die laufende Musterrunde gilt. Ändert sich eine Taschenposition im Chat, überträgst du die Entscheidung auch in Zeichnung und Änderungsprotokoll. Eine Zustimmung zu einem einzelnen Detail darf dabei nicht als Freigabe des gesamten Modells erscheinen.

Stelle / DetailnummerBisherige VorgabeNeue VorgabeBestätigt durchDatumGültige Version
Hände ordnen technische Zeichnungen und ein Stoffmuster in einen Ordner neben einem gefalteten Shirt.
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Welche technischen Zeichnungen braucht dein Hersteller?

Zeige das Modell von vorne und hinten und ergänze Detailansichten überall dort, wo Konstruktion oder Position sonst offenbleiben.

Wie zeichnest du Vorder- und Rückansicht eindeutig?

Beginne mit 2 technischen Flachzeichnungen: Vorderansicht und Rückansicht. Zeige die tatsächliche Konstruktion mit Teilungsnähten, Taschen, Verschlüssen und sichtbaren Steppnähten, sodass ihre Lage zueinander verständlich ist. Eine modische Illustration mit Körperhaltung kann die Idee vermitteln, eignet sich aber weniger gut als Bezug für die Position einer Naht. Ergänze bei verdeckten Bereichen eine Innenansicht oder einen Schnitt, beispielsweise wenn die Befestigung eines Belegs von außen nicht erkennbar ist. Prüfe anschließend, ob sämtliche sichtbaren Bauteile auch in der Stückliste beziehungsweise den Verarbeitungsvorgaben auftauchen.

Welche Details brauchen eine vergrößerte Ansicht?

Ausschnitt, Ärmelabschluss, Verschlussleiste, Tascheneingriff und Verbindungsstellen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Prüfe diese 5 Bereiche auf offene Konstruktionsfragen. Eine vergrößerte Darstellung soll die offene Konstruktionsfrage beantworten, etwa wie eine Kante eingefasst oder ein Tascheneingriff befestigt wird. Gib dem Detail eine eindeutige Kennung und verwende sie unverändert in der Verarbeitungsbeschreibung. Beschreibe bei einer Referenzaufnahme ausdrücklich, welches Merkmal übernommen werden soll; sonst bleiben auch unerwünschte Eigenschaften Teil der Interpretation. Wenn dir die passende Ausführung noch fehlt, formuliere die gewünschte Funktion und bitte den Hersteller um einen abzustimmenden Vorschlag.

Wie kennzeichnest du Drucke, Stickereien und ihre Position?

Für Druck oder Stickerei gehören 4 Angaben zusammen: freigegebene Grafikversion, fertige Abmessungen, Position und Farbreferenz. Definiere die Position mit einem nachvollziehbaren Bezug am Kleidungsstück, etwa zur vorderen Mitte oder einer bestimmten Naht, und trage die benötigten Abstände für dein Modell ein. Lege außerdem fest, ob das Motiv über die Größen hinweg dieselben Abmessungen behalten soll oder angepasst wird. Ein Logo auf einer Produktaufnahme zeigt, wie du dir die Gestaltung vorstellst. Produktionsgröße und Abstand zur Kante lassen sich daraus nicht zuverlässig ablesen. Verknüpfe deshalb die separate Grafikdatei mit derselben Artikel- und Versionskennung wie die technische Zeichnung.

04

Wie legst du Maße, Toleranzen und Größen fest?

Definiere für jeden Messpunkt die Messmethode, das Sollmaß und die vereinbarte Toleranz; trenne die Mustergröße von der späteren Gradierung.

Wie definierst du Messpunkte und Sollmaße?

Messpunkt, Messmethode, Einheit, Sollmaß, Toleranz und Istmaß des Musters gehören in die Maßtabelle. Mit diesen 6 Kernfeldern kannst du Vorgabe und Muster vergleichen. Gib jedem Messpunkt eine Kennung und zeichne dieselben Anfangs- und Endpunkte in der technischen Zeichnung ein. Misst du das Kleidungsstück flach oder erfasst du einen Umfang? Bleibt der Stoff entspannt oder wird er gedehnt? Halte auch fest, in welchem Behandlungszustand du misst. Ohne diese Angaben können unterschiedliche Messergebnisse entstehen, obwohl beide Seiten sorgfältig arbeiten. Bei einem gekrümmten Verlauf muss beispielsweise erkennbar sein, ob du entlang der Kante oder als gerade Verbindung misst.

Messpunkt / KennungMessmethode und ZustandEinheitSollmaßVereinbarte ToleranzIstmaß des Musters

Wie vereinbarst du passende Messtoleranzen?

Welche Passform willst du erreichen? Welche Abweichung vom jeweiligen Sollmaß akzeptierst du? Stimme diese 2 Entscheidungen getrennt ab. Besprich die Toleranz je Messpunkt anhand des Stoffes, der Konstruktion und der Bedeutung des Maßes für den Sitz. Eine Abweichung an einer eng anliegenden Öffnung kann anders zu beurteilen sein als an einem locker fallenden Bereich; daraus folgt aber noch kein allgemeingültiger Zahlenwert. Trage die gemeinsam vereinbarten Werte in die Tabelle ein und dokumentiere, wenn positive und negative Abweichungen unterschiedlich behandelt werden. Vermeide eine pauschale Toleranz für das ganze Kleidungsstück, solange ihre Eignung nicht für die einzelnen Punkte geklärt ist.

Wann brauchst du eine vollständige Gradierung?

Für ein erstes Passformmuster kann 1 Basisgröße ausreichen, wenn ihr genau diesen Entwicklungsumfang vereinbart. Die vollständige Gradierung wird benötigt, sobald die Entwicklung und Prüfung der vorgesehenen Größen Teil des Auftrags sind. Lege dafür Basisgröße, Zielgrößen und die Änderung jedes Messpunkts zwischen den jeweiligen Größen fest. Die Größenbezeichnung allein reicht dafür nicht aus. Sie legt nicht verbindlich fest, wie sich Länge, Weite und Proportionen verändern sollen. Halte deshalb fest, welche Größen diese Musterrunde umfasst und wann die übrigen Größen bearbeitet und freigegeben werden.

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Wie beschreibst du Stoffe und Zutaten eindeutig?

Eine verwendbare Stückliste benennt jedes Material mit Spezifikation, Einsatzort und Freigabestatus; Ersatzmaterialien brauchen eine eigene Zustimmung.

Welche Stoffangaben gehören in die Stückliste?

Ist das Material nur vorgeschlagen, für das aktuelle Muster freigegeben oder bereits für die Serie freigegeben? Halte diese 3 Zustände in deiner Materialliste auseinander. Erfasse je Stoff Zusammensetzung, Web- oder Strickkonstruktion, Flächengewicht, Farbreferenz, gewünschte Ausrüstung und Einsatzort. Ordne eine vorhandene Stoffprobe oder Lieferantenreferenz so zu, dass beide Seiten dasselbe Material wiederfinden können. Für den Griff reicht „angenehm weich“ allein nicht aus; ein benanntes Referenzmuster und eine dokumentierte Auswahl schaffen eine prüfbare Grundlage. Die Freigabe eines Ersatzstoffes für eine Passformprobe bedeutet dabei noch keine Freigabe dieses Stoffes für die Serienproduktion.

MaterialkennungEinsatzortZusammensetzung und KonstruktionFlächengewicht / EinheitFarbe / ReferenzAusrüstungZugeordnete StoffprobeFreigabe und Geltungsbereich

Wie spezifizierst du Reißverschlüsse, Knöpfe und weitere Zutaten?

Beschreibe jede Zutat so, dass sie beschafft und an der richtigen Stelle eingesetzt werden kann. Dazu gehören 7 Angaben: Typ, Abmessungen beziehungsweise Ausführung, Material, Farbe, Oberflächenbehandlung, Menge je Kleidungsstück und Einbauposition. Bei einem Reißverschluss muss beispielsweise erkennbar sein, welche Funktion er erfüllen soll und wie er mit der umliegenden Konstruktion zusammenpasst. Bei Knöpfen oder Druckknöpfen gehören sichtbare Gestaltung und benötigte Befestigung zusammen in die Abstimmung. Führe auch Etiketten, Einlagen und weitere tatsächlich benötigte Komponenten als eigene Positionen, damit sie beschafft und später überprüft werden können. Verwende für alle Positionen dieselbe Mengenlogik: Der Bedarf je Kleidungsstück muss von einer Verpackungs- oder Einkaufseinheit unterscheidbar bleiben.

Wie regelst du Ersatzmaterialien und Waschzustände?

Welches Ersatzmaterial wird vorgeschlagen, wie weicht es von der bisherigen Vorgabe ab und liegt eine ausdrückliche Freigabe vor? Dokumentiere diese 3 Punkte. Lass nachvollziehbar dokumentieren, für welches Muster oder welchen Auftrag die Zustimmung gilt. Vereinbare außerdem, ob Maße und Aussehen vor einer Wäsche oder nach einer genau beschriebenen Behandlung bewertet werden. Falls ihr Materialverhalten vergleichen müsst, gehört das Ergebnis zur Entscheidung über den Stoff und gegebenenfalls zur Überarbeitung der Maßvorgaben. Eine nicht verfügbare Zutat darf im Dokument nicht stillschweigend durch eine andere ersetzt und als bereits bestätigt geführt werden.

06

Wie dokumentierst du Verarbeitung, Logo und Verpackung?

Verknüpfe Verarbeitungsdetails mit Zeichnungen und sichere Grafik- sowie Verpackungsfreigaben, bevor die jeweilige Produktion beauftragt wird.

Welche Nähte und Verarbeitungsdetails musst du festlegen?

Gehe die Verbindungsnähte, sichtbaren Steppnähte, Einfassungen, Verstärkungen und Abschlüsse durch. Für alle 5 Gruppen muss die Verarbeitung beschrieben sein. Beschreibe je Stelle die vorgesehene Ausführung und verweise auf die zugehörige Detailzeichnung. Falls du die technische Lösung noch nicht festlegen kannst, beschreibe die gewünschte Funktion und kennzeichne die Ausführung als gemeinsam zu entscheidenden Punkt. Bitte dann um einen Vorschlag, den du anhand des Musters beurteilen kannst, statt eine unbestätigte Nahtvorgabe als Produktionsfreigabe stehen zu lassen.

BereichAuszufüllende AnforderungBezugPrüfung am Muster
Verbindung / AbschlussNaht- und KantenverarbeitungDetailzeichnungInnen- und Außenansicht abgleichen
VerstärkungAusführung und PositionMarkierter BereichAusführung mit Vorgabe vergleichen
Sichtbare SteppnahtVerlauf, Garn und vereinbarte AbständeZeichnung und GarnreferenzVerlauf und Erscheinungsbild prüfen

Wie sicherst du die richtige Logo- und Etikettenversion?

Verknüpfe für jede Kennzeichnung 3 Elemente: Grafikkennung, Position im Tech Pack und dokumentierte Freigabe. In einem von uns betreuten Auftrag wurde die Serienproduktion vorangetrieben, obwohl das Muster noch nicht bestätigt war. Das produzierte Logo entsprach dadurch einer anderen Version als dem endgültigen Design, das der Käufer auf seiner Website zeigte. Aus unserer Sicht lag das Problem beim Dateistand. Die handwerkliche Qualität des Logos war nicht der Streitpunkt. Führe deshalb freigegebene und ersetzte Dateien eindeutig auseinander und prüfe beim Mustervergleich auch den tatsächlichen Inhalt der Grafik.

KennzeichnungGrafikdatei und VersionFertige AbmessungenPositionFreigabe durch / Datum

Wann musst du Verpackungen und Anhänger bestätigen?

Bestätige die Gestaltung von Verpackungen und Anhängern zusammen mit dem Auftrag. In einem von uns betreuten Fall wurde ein individuell gestalteter Reißverschlussbeutel erst kurz vor dem Versand angefragt; seine Herstellung hätte etwa 3–4 Wochen benötigt. Dafür reichte die verbleibende Zeit nicht, weshalb die Ware schließlich in gewöhnlichen transparenten Beuteln ohne Logo verschickt wurde. Trenne im Tech Pack die Verpackung des Entwicklungsmusters von der vorgesehenen Serienverpackung und halte für beide fest, was tatsächlich bestellt ist. So wird eine einfache Musterverpackung nicht versehentlich zur Vorgabe für die spätere Lieferung.

VerpackungsbestandteilAusführung / GestaltungGilt für Muster oder SerieFreigegebene DateiBestätigung durch / Datum
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Wie prüfst und übergibst du dein Tech Pack für das erste Muster?

Übergebe einen widerspruchsfreien Dateistand, benenne offene Entscheidungen und vereinbare vorab, woran ihr das fertige Muster beurteilt.

Welche Punkte gehören auf die Checkliste vor dem Musterstart?

Prüfe die 7 Dokumentmodule gemeinsam, weil ein einzelnes ausgefülltes Blatt noch keine stimmige Arbeitsgrundlage ergibt. Die Checkliste verbindet die Prüfung mit Zuständigkeit und Entscheidungstermin. Vereinbart ausdrücklich, wie ihr mit einem offenen Punkt umgeht. Ein leeres Feld ist keine stillschweigende Zustimmung. Nutze die letzte Spalte für einen konkreten Zeitpunkt oder Entwicklungsschritt, an dem die Entscheidung vorliegen muss.

PrüfungErfüllt, wenn …Offene FrageVerantwortlichKlärung bis / bei
☐ Artikel und VersionDeckblatt und Anlagen dasselbe Modell und denselben Stand zeigen
☐ Musterziel und UmfangGröße, Ausführung und Prüfzweck benannt sind
☐ ZeichnungenAnsichten und benötigte Details zusammenpassen
☐ Maße und ToleranzenMessmethoden, Sollmaße und zulässige Abweichungen abgestimmt sind
☐ Materialien und ZutatenSpezifikationen und Freigaben zum Musterziel passen
☐ VerarbeitungAusführung und Detailverweise eindeutig sind
☐ Logos und EtikettenGrafikdateien, Positionen und Freigaben übereinstimmen
☐ VerpackungAnforderungen und jeweiliger Bestätigungszeitpunkt feststehen
☐ ÄnderungenFrühere Vorgaben eindeutig ersetzt oder weiterhin gültig sind

Wie bestätigst du mit dem Hersteller die Arbeitsgrundlage?

Bitte um eine Bestätigung des erhaltenen Dateistands, der offenen Punkte und des vereinbarten Musterziels. Unsere tatsächliche Musterfertigung dauert bei Canton Fashion üblicherweise 7–14 Tage. Besprich den Termin für dein konkretes Projekt und halte fest, welche Ausführung Bestandteil der Anfrage ist. Wenn Rückfragen eine Änderung erforderlich machen, aktualisiere die betroffenen Dokumente und benenne die nun geltende Version. So bleibt erkennbar, auf welcher Grundlage das Muster tatsächlich gefertigt wird.

Wie dokumentierst du Musterkommentare und Freigaben?

Erfasse bei der Musterbewertung die Sollvorgabe, das Messergebnis beziehungsweise die Beobachtung, ein Foto, die Änderungsanweisung und den Bestätigungsstatus. Lege dafür 5 Felder an. Bei einem früheren Auftrag wurden die Erwartungen an die Warenprüfung nicht im Voraus abgestimmt; bei der Endkontrolle beanstandete der Käufer anschließend auch Merkmale, die wir bei der von uns angebotenen Bekleidung als akzeptabel einschätzten, und die Ware konnte letztlich nicht ausgeliefert werden. Unsere Einschätzung, dass die Ware eine Prüfung mit AQL 2,5 und 4,0 bestanden hätte, ersetzt keine vorherige Einigung über konkrete Fehlermerkmale und Annahmekriterien. Vereinbare deshalb, welche Eigenschaften akzeptabel sind und welche Änderungen erforderlich werden, ohne aus einem AQL-Wert eine pauschale Freigabe aller Abweichungen abzuleiten. Trenne in den Kommentaren außerdem eine Abweichung von der bestehenden Vorgabe von einem neuen Designwunsch.

Sollvorgabe / MesspunktIstmaß oder BeobachtungFoto / BezugKonkrete ÄnderungsanweisungBestätigungsstatus und Person
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Welche Material-, Verarbeitungs- und Werkzeugkosten löst dein Tech Pack aus?

Dein Tech Pack bestimmt Materialverbrauch, Arbeitsgänge und mögliche Einmalkosten; belastbare Beträge brauchen eine Kalkulation für denselben konkreten Artikel.

Material, Verarbeitung und einmalige Entwicklungs- beziehungsweise Werkzeugkosten gehören in getrennte Positionen. Nur so kannst du die 3 Kostengruppen einzeln nachvollziehen. Eine Änderung an der Konstruktion kann mehrere dieser Gruppen betreffen, weshalb der Vergleich auf derselben Modellversion beruhen muss. Die folgende Aufteilung zeigt, welche Angaben für eine nachvollziehbare Kalkulation zusammengehören. Nutze diese Aufteilung als Prüfraster für dein Angebot und gleiche alle Positionen mit der angefragten Modellversion ab.

Wie werden Stoffverbrauch und Zutaten pro Stück kalkuliert?

Was kostet der Stoff je Einkaufseinheit? Welche Menge wird je Kleidungsstück kalkuliert? Halte diese 2 Größen getrennt fest. Weise den Nettoverbrauch je Stück und die einschließlich angesetzter Verluste kalkulierte Menge getrennt aus. Lass dir erklären, wie der Verlustanteil berechnet wird. Steckt der Zuschlag bereits im Verbrauch, darf er nicht nochmals hinzukommen. Bei Zutaten ergibt sich der jeweilige Materialbetrag aus Einzelpreis und benötigter Menge, jeweils mit zusammenpassenden Einheiten. Ein höherer Stoffpreis und ein höherer Stoffverbrauch erhöhen beide die Kosten, verlangen aber unterschiedliche Entscheidungen über Material oder Konstruktion.

Technische AnforderungKostenpositionBerechnungsgrundlageZuordnungBei Änderung erneut prüfen
Gewählter Hauptstoff und SchnittHauptmaterialPreis je Einheit × kalkulierter VerbrauchJe KleidungsstückStoffpreis, Verbrauch, Verlustansatz
Festgelegte Zutaten und MengenZutatenEinzelpreis × eingesetzte MengeJe KleidungsstückSpezifikation, Einkaufseinheit, Anzahl
  • Prüfe im Angebot, ob Währung, Preiseinheit und kalkulierter Stoffverbrauch eindeutig angegeben sind und der Verlustansatz nachvollziehbar ist.
  • Gleiche die kalkulierten Zutaten mit der Stückliste ab und prüfe, ob Preiseinheit und Menge je Kleidungsstück zusammenpassen.

Welche Verarbeitungsschritte verändern die Stückkosten?

Beginne bei der Verarbeitung mit Zuschnitt, Nähen und Nachbearbeitung. Diese 3 Bereiche bilden die Grundlage für die weitere Aufteilung. Halte fest, ob die tatsächliche Kalkulation diese Arbeitsschritte einzeln ausweist oder als gemeinsame Position zusammenfasst. Eine zusätzliche Tasche kann etwa Material und Näharbeit betreffen; eine geänderte Veredelung kann andere Arbeitsschritte und Vorbereitungen erfordern. Welche Beträge sich dadurch verändern, muss anhand der konkreten Ausführung neu berechnet werden. Führe bei Druck oder Stickerei eine mögliche einmalige Vorbereitung getrennt von der Bearbeitung jedes Kleidungsstücks, ohne dieselbe Leistung doppelt anzusetzen.

Technische AnforderungKostenpositionBerechnungsgrundlageZuordnungBei Änderung erneut prüfen
Schnitt und VerarbeitungZuschnitt, Nähen, NachbearbeitungTatsächliche Einzel- oder SammelpositionenJe StückEnthaltene Arbeitsschritte
Motiv und VeredelungsverfahrenDruck oder StickereiVorbereitung und Bearbeitung getrennt erfassenGegebenenfalls einmalig sowie je StückGrafik, Verfahren, Ausführung
  • Lass bei zusammengefassten Verarbeitungskosten angeben, welche Arbeitsschritte enthalten sind, damit du Angebote mit demselben Leistungsumfang vergleichen kannst.
  • Prüfe bei Druck oder Stickerei, welches Verfahren angeboten wird und ob Vorbereitung und laufende Verarbeitung im Preis enthalten sind oder separat berechnet werden.

Wann fallen Schnitt-, Druckvorlagen- oder Werkzeugkosten an?

Einmalkosten können bei der Schnittentwicklung einschließlich Gradierung, bei der Vorbereitung einer Veredelung oder bei Werkzeugen für speziell angefertigte Zutaten entstehen. Prüfe diese 3 möglichen Anlässe für deinen Artikel. Nicht jedes Kleidungsstück benötigt ein neues Werkzeug; ein möglicher Formenbau betrifft beispielsweise eine individuell entwickelte Zutat und muss zum tatsächlichen Auftrag passen. Der rechnerische Anteil einer einmaligen Gebühr je Stück ergibt sich aus dieser Gebühr geteilt durch die vereinbarte Verteilmenge. Unsere reguläre Mindestbestellmenge beträgt 100 Stück; welche Menge einer konkreten Umlage zugrunde liegt, gehört ausdrücklich in die Kalkulationsabstimmung. Kläre auch, wem Schnittdaten, Druckvorlagen oder Werkzeuge gehören, wer sie aufbewahrt und wie sie wiederverwendet werden können. Die Summe dieser Kostenpositionen ist noch kein verbindliches Verkaufsangebot.

Technische AnforderungKostenpositionBerechnungsgrundlageZuordnungBei Änderung erneut prüfen
Schnitt und GrößenentwicklungSchnittentwicklung / GradierungVereinbarter EntwicklungsumfangSeparate Gebühr, falls vereinbartModell und Größenumfang
Individuell entwickelte ZutatWerkzeug / FormTatsächliches Werkzeug und vereinbarte VerteilmengeEinmalige Gebühr, falls erforderlichKonstruktion, Wiederverwendbarkeit
  • Halte im Angebot fest, ob Schnittentwicklung und Gradierung enthalten sind oder separat berechnet werden und welchen Entwicklungsumfang die Vereinbarung abdeckt.
  • Kläre Werkzeugkosten nur dann, wenn die gewählte Zutat tatsächlich ein eigenes Werkzeug erfordert. Lass gegebenenfalls die betreffende Komponente und die Grundlage einer Umlage benennen.
  • Vereinbare vor einer Nachbestellung, welche Entwicklungsleistungen oder Werkzeuge wiederverwendet werden können und welche Kosten bei Änderungen oder einer Neuerstellung anfallen würden.
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Wie fragst du mit deinem Tech Pack ein Muster bei Canton Fashion an?

Sende dein Tech Pack mit Mustergröße, geplanter Bestellmenge und Entwicklungsziel, damit wir die konkrete Musteranfrage mit dir besprechen können.

Canton Fashion wurde 2015 gegründet, sitzt in Guangzhou und koordiniert ein Netzwerk von Partnerfabriken für Bekleidungsaufträge. Die Angaben in deinem Tech Pack helfen uns, die Ausführung mit der jeweiligen Fertigung abzustimmen. BSCI-Nachweise werden unter dem Namen der betreffenden Partnerfabriken geführt, nicht unter dem Namen von Canton Fashion. Wenn solche Nachweise für deine Beschaffung relevant sind, beziehe die Anfrage auf die für deinen Auftrag vorgesehene Produktionsstätte.

Welche Unterlagen solltest du für die Musteranfrage senden?

Schicke uns dein aktuelles Tech Pack, Modell- und Stoffreferenzen, die Mustergröße, die geplante Bestellmenge, deinen gewünschten Zeitplan und offene Fragen. Mit diesen 6 Angaben können wir die Musteranfrage mit dir besprechen. Nenne fehlende Unterlagen ausdrücklich, damit wir den benötigten Abstimmungsbedarf erkennen können. Aus einer unvollständigen Anfrage ergibt sich noch keine Zusage, dass die Musterfertigung unmittelbar beginnen kann. Nutze das Anfrageformular oder den WhatsApp-Button auf dieser Seite und beschreibe, was du anhand des Musters entscheiden möchtest.

Mit welchen Mengen, Musterkosten und Zeiten kannst du planen?

Unsere reguläre Mindestbestellmenge beträgt 100 Stück; besondere Anforderungen an die Menge kannst du mit uns besprechen. Kleine Aufträge liegen bei uns häufig zwischen 100 und 500 Stück. Die Musterkosten betragen üblicherweise 50–150 US-Dollar je Stück, abhängig vom Modell; T-Shirts und Sweatshirts liegen eher niedriger, Sakkos und Hemden eher höher. Für die Musterfertigung kannst du üblicherweise mit 7–14 Tagen rechnen, für die Serienproduktion mit etwa 30–45 Tagen nach Bestätigung des Musters. Auf Anfragen antworten wir in der Regel innerhalb eines Arbeitstags.

Muster anfragen: Sende uns deinen aktuellen Dateistand und nenne das Ziel deiner ersten Musterrunde.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich dem Hersteller einfach ein Produktfoto als Vorlage schicken?

Ein Produktfoto allein reicht als Grundlage für die Musterfertigung nicht aus. Es kann das gewünschte Erscheinungsbild zeigen, ersetzt aber keine technischen Zeichnungen, Maßvorgaben, Materialspezifikationen und Verarbeitungsangaben.

Muss ich schon für das erste Passformmuster alle Größen ausarbeiten?

Für das erste Passformmuster kann eine Basisgröße ausreichen, wenn dieser Entwicklungsumfang mit dem Hersteller vereinbart ist. Eine vollständige Gradierung brauchst du, sobald die Entwicklung und Prüfung der vorgesehenen Größen zum Auftrag gehören.

Darf der Hersteller einen nicht verfügbaren Stoff eigenständig ersetzen?

Ein Ersatzstoff braucht deine ausdrückliche Freigabe, einschließlich des Geltungsbereichs für das jeweilige Muster oder den Auftrag. Dokumentiere auch die Abweichungen zur bisherigen Vorgabe; eine Freigabe für die Passformprobe gilt noch nicht für die Serienproduktion.

Kann die Serienverpackung noch offen sein, wenn ich ein Passformmuster bestelle?

Eine noch offene Serienverpackung muss ein reines Passformmuster nicht blockieren. Halte jedoch fest, wer die Verpackung bestätigt und wann die Entscheidung benötigt wird, und trenne die Musterverpackung von der vorgesehenen Serienverpackung.

Was kostet ein Muster bei Canton Fashion, und wie lange dauert die Fertigung?

Die Musterkosten betragen üblicherweise 50–150 US-Dollar je Stück, und die Musterfertigung dauert üblicherweise 7–14 Tage. Die Kosten hängen vom Modell ab; den Termin und die konkrete Ausführung solltest du für dein Projekt abstimmen.

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